Michael Klonovsky
Ihr Kandidat für den Bundestag

Der gescheiterte CSU-Kanzlerkandidat Markus Söder hat erklärt, es sei unklug, „nach den progressiven Merkel-Jahren eine Politik ‚Helmut Kohl 2.0‘ aus der Vergangenheit zu machen“, wie es sein Konkurrent Laschet anstrebe. „Keiner will die alte Union aus den 90er-Jahren zurück. Wir brauchen einen politischen New Deal statt Old School.“

An dieser Aussage ist so ziemlich alles schief. Zunächst einmal unterscheidet sich Laschet in einem Punkt nicht von Söder und Merkel, nämlich in der Preisgabe des Kerns:

Sodann: Spätere Historiker werden die Merkeljahre als eine Zeit der Stagnation und die Niedergangs beschreiben, als eine Periode, in der Deutschland infrastrukturell verfiel, in sämtlichen Spitzentechnologien den Anschluss an die Weltspitze verlor, seine Bevölkerungsstruktur nachteilig veränderte, das Bildungsniveau senkte und für ökosozialistische Träume einen Teil seiner bürgerlichen Freiheiten preisgab.

Keiner will die Union der 1990er zurück, meint Söder. Da irrt er gewaltig. Es gibt sehr viele Menschen, die das wollen, ich allein kenne Dutzende. Die Union war zwar damals bereits eine windelweiche Opportunistenpartei, die jedem Hauch des Zeitgeistes sofort nachgab, aber sie unterschied sich erkennbar von den Grünen. Das würde heute bereits genügen.

Im Übrigen ist es „progressiver“, in die BRD der Neunziger zurückzuwollen als in die DDR der Siebziger.

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